


"Ich bin Häuptling immer-müde", erklärte ich meinem Chef, als ich versuchte, wieder zu arbeiten. Der Versuch ging nach 10 Wochen daneben...
Tumorbedingte Fatigue ist das "Kleingedruckte" bei Krebserkrankungen, wovon man erstmal nix mitbekommt, keiner so richtig die Ursache kennt, aber der Hausarzt einem dann anschaut, als wäre man der letzte Simulant und die Krankenkasse erwartet, das man für etwas eine Lösung findet, woran selbst hochbezahlte Forscher momentan noch rätseln.
Na, herzlichen Dank auch...
Irgendwann war ich dann so sauer, das ich diesen Blog gestartet habe - einmal als Frustmüllkippe und auch, um Leute zu finden, denen es genauso geht.
Wie sagte der Butler in "Dinner for one"?
"I´ll do my very best."
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Blogeinträge (Tag-sortiert)
Tag: Fahrradl
Tretmühle zum zweiten
Na dann... um diversen guten Vorsätzen zumindest ansatzweise zu entsprechen, habe ich ganz vorbildlich zur Unterstützung der heimischen Wirtschaft den örtlichen Fahrradfachhändler aufgesucht und bekam da den von Damen meistgekauften Sattel gezeigt.
Zumindest wirkte der Sattel so, als bemühe er sich, bequem zu sein, also vertraute ich auf die Mundpropaganda unter den Weibern und kaufte ihn.
Tja, wenn´s denn mal mit einfach nur auswechseln getan wäre... da sich die Sitzposition für mich eigentlich immer falsch anfühlte, mangels Mähne und Plüschohren vor mir, fahndete ich im Netz nach Vorgaben, wo sich Sattel und Lenker bitte zu befinden haben. Eine Wissenschaft für sich, wie sich herausstellte. Extrem hilfreich fand ich diese Seite , weil ich gerne weiß, warum was wie gemacht werden soll. Da fand sich dann auch gleich die Lösung des Problems - auf den normalen Trimmdingern fährt man ja selten bergab oder bergauf, von daher lehnt man sich nicht vor und so drückt das komplette Gewicht auf´s Heck.
Nach munterem schrauben und verstellen hatte ich den Drahtesel so eingestellt, daß zumindest die zusätzlich angefressenen Kilos mit den Armen abgefangen werden.
Trotzdem: bequem ist was anderes.
Was haben wir noch gelernt?
Ein Teil des Gewichts können auch die Beine übernehmen. Wird nur schwierig, wenn man höchst vorschriftsmäßig "langsam anfängt".
Also dann, munter den Widerstand erhöht, bis die Beine ordentlich zu tun hatten.
Dadurch löst sich das Problem gleich auf mehrere Arten:
1.) man hat definitiv andere Sorgen, als sich um sein Heck zu kümmern
2.) wird es aber tatsächlich entlastet
3.) ist man wesentlich schneller fertig...
Als Trost bleibt noch das Zitat, was ich auf der oben verlinkten Seite gefunden habe:
"Das Reiten des Stahlrades ist eben nicht, wie die oben erwähnten
Sattelnichtkenner meinen, eine müssige Spielerei, sondern ebenso wie
das des Pferdes mit Strapazen und Schmerzen verbunden, zu deren Überwindung
Ausdauer und Selbstverleugnung gehört. In der Ausbildung dieser beiden
Charaktereigenschaften besteht der hohe sittliche Wert, der beiden Leibesübungen,
dem Reiten, wie dem Radeln gemeinsam ist."
(Aus "Der Radfahrsport in Bild und Wort" 1897, herausgegeben von Dr.
Paul von Salvisberg)
Spottdrossel 13.01.2012, 10.31 | (2/0) Kommentare (RSS) | PL
Tretmühle
Mal zur Abwechslung kein Beitrag zum Thema "ich werde" sondern "ich habe".
In letzter Zeit war ich immer tagsüber platt und lag dafür bis morgens um 2 grummelnd im Nest - irgendwie paßte da was mit gefühlter und tatsächlicher Belastung nicht, von akuter Unzufriedenheit mit der Gesamtsituation mal ganz zu schweigen.
Nach dem komischen, prähistorischen Ergometer bei dem Gutachter wollte ich die Sache sowieso mal näher erforschen und habe daher dem eigenen Trimmdichrädchen den Aufenthalt im Wohnzimmer genehmigt.
Erkenntnis 1: das Ding bei dem Gutachter war wirklich lachhaft, der Widerstand kam irgendwie nur beim Antreten, ab dann ging´s gefühlt nur bergab. Daheim war alles wie immer, nach 4 Minuten schon dezent rote Birne, momentan schaffe ich sensationelle 10 Minuten, während ich auf dem Methusalem-Ergometer nach 6 Minuten noch allerbeste Laune hatte.
Erkenntnis 2: die Strategie "wenn die Knie Gummi sind, machen wir halt was im Sitzen" war nicht die dümmste - zwar bin ich immer noch nicht früher eingeschlafen, hatte dafür aber am nächsten Tag erheblich bessere Laune.
Jetzt muß ich nur noch den Sattel auswechseln - falls ich irgendwann die 15-Minuten-Marke knacke, schläft mir auf diesem Ding erfahrungsgemäß das Heck ein (weshalb sich unsere Beziehung zueinander nie so richtig entwickeln konnte).
Und bevor jemand fragt, warum man sich mit einem Indoor-Fahrrad rumplagt, statt sich an der freien Natur zu erfreuen: auf die blöde Idee kam ich vor 10 Jahren mal. Nicht bedacht hatte ich dabei, was alles schiefgehen kann, wenn man nach 20 Jahren Reiten daran gewöhnt ist, daß das Fortbewegungsmittel mitdenkt... auch mit der Haltung komme ich nicht klar, nach so vielen Jahren "Kopf hoch, gradesitzen!".
Mein Fahrrad habe ich dann wegen unüberbrückbarer Differenzen einer wohltätigen Einrichtung geschenkt und akzeptiert, daß das mit uns beiden nix wird.
Spottdrossel 17.12.2011, 18.21 | (2/0) Kommentare (RSS) | PL

.Ach... ich 


